Ich bin jetzt seit 10 Monaten in Deutschland und leiste meinen Weltkirchlichen Friedensdienst an der Grundschule Iggingen. Meine Hauptaufgabe ist, einen Jungen mit motorischer Einschränkung zu unterstützen. Ich helfe ihm bei Schwierigkeiten, die er wegen seiner Behinderung hat. Nachmittags helfe ich außerdem in der Kinderbetreuung der Grundschule. Das macht viel Spaß und ich spiele gerne mit den Kindern aus der Nachmittagsbetreuung. Oft spielen wir UNO. Das kann man mit Kindern in jedem Alter spielen, deswegen gefällt es allen.

Manche Dinge in der Grundschule sind anders, als ich sie aus Argentinien kenne. Es hat mich zum Beispiel am Anfang überrascht, dass die Kinder in Deutschland keine Schuluniform tragen. Denn bei uns in Argentinien tragen die Kinder der staatlichen Schulen immer eine Uniform. Außerdem sind die Unterrichtsmethoden unterschiedlich. Die Kinder hier bekommen weniger Hausaufgaben und haben weniger Druck. Das finde ich besser, ich glaube, so lernen sie leichter.

Auch ich konnte in meinem Dienst schon vieles Lernen, zum Beispiel, dass man sehr geduldig sein muss, wenn man mit Kindern arbeitet.

Besonders schön finde ich das Zusammenleben mit meiner Gastfamilie, bei der ich mich sehr wohl fühle. Unter der Woche essen wir gemeinsam und unterhalten uns oder schauen gemeinsam Fernsehen. An den Wochenenden unternehmen wir manchmal Ausflüge, damit ich Süddeutschland kennenlernen. Besonders schön waren für mich der Urlaub am Bodensee, den wir in den Weihnachtsferien gemacht haben und unser Ausflug nach Füssen. Im Zusammenleben mit meinen Gasteltern fällt mir auf, dass sie immer sehr pünktlich sind. Mein Gastpapa geht jeden Tag pünktlich um 21:00 Uhr ins Bett 😉

Jetzt bin ich noch zwei Monate in Deutschland. Die letzten Wochen möchte ich gerne nutzen, um noch ein bisschen in Deutschland herumzureisen. Berlin möchte ich auf jeden Fall noch sehen, vor allem das Brandenburger Tor und den Fernsehturm. Und ich freue mich auf meine Deutschprüfung im August und hoffe, dass ich sie bestehe. In meiner ersten Zeit in Deutschland hatte ich noch Schwierigkeiten, weil ich noch nicht so gut Deutsch gesprochen habe und es kam manchmal zu Missverständnissen während der Arbeit. Aber inzwischen klappt das schon viel besser und ich übe mit meiner Gastschwester, die selbst als Freiwillige in Argentinien war. Es ist mein persönliches Ziel, die Deutschprüfung gut abzuschließen.

2018

Foto: Mit meiner Gastfamilie in Bregenz