Die letzten Wochen waren geprägt von Examen korrigieren und ausgeben und Besuchern und Elternabenden und Sportwettkämpfen und und und. Und so kam es auch dazu, dass ich meinen Geburtstag ganz vergessen hatte. Als ich also am Abend vor meinem Geburtstag nach Hause kam und mich aufs Sofa fallen ließ, war ich überrascht von einer Geburtstagsfeier am nächsten Tag zu hören. Mit einem Blick auf den Kalender kam mir dann, dass da ja was gewesen war. Am kommenden Abend wurde dann erst mal Gottesdienst zur Feier des Tages gefeiert. Cool, oder? Erlebt man auch nicht alle Tage. Anschließend trudelten nach und nach Pfarrer, Schwestern und ein paar meiner Freunde ein. Meine ugandische Oma (eine 80 Jahre alte Schwester aus unserem Konvent) gab einen special Geburtstagstanz plus Ständchen zum Besten. Zusammen wurde gegessen und gelacht und nach und nach packte der ein oder andere Stories von vor neunzehn Jahren aus. Einer lebte da noch auf einer Insel im Viktoriasee. Ein anderer ging noch zur Schule und versuchte sich dort jeden Morgen vor dem Aufstehen zu drücken, nur um dann vom Lehrer persönlich aus dem Bett gezogen zu werden. Einer der Pfarrer stand kurz vor seiner Pfarrweihe, wurde aber von einem älteren Kollegen darauf hingewiesen, dass sich sein Name mit dem Titel „Pfarrer“ ziemlich blöd anhören würde, sodass er erst mal nach einem Weg suchte seinen Namen zu ändern, nur um dann festzustellen, dass das nicht funktionieren würde. Einige hatten auch genauso viel (oder wenig) Erinnerung an vor 19 Jahren wie ich. Schließlich kann ich mich an nicht sonderlich viel erinnern.  Jedenfalls  wurde mein Geburtstag so also zu einem wunderbaren Anlass 19 Jahre zurück zu blicken und zu feiern und für mich ein guter Anlass eine weitere einzigartige unvergessliche Erinnerung zu sammeln. Denn auch in Uganda wird man nur einmal neunzehn.

2018, Annika Wahl