Nach 9 Monaten kann ich nun feststellen, dass diese drei zentralen Elemente mich tagtäglich begleiten.  Warum? Das erfährst du hier:

MITLEBEN
Das Wort „Mitleben“ begleitet mich während meines Freiwilligensdienstes am meisten, worüber ich sehr dankbar bin.  Ich wohne seit einem knappen halben Jahr in einer brasilianischen Familie. Diese zuerst fremden Menschen kann, kann ich heute stolz meine brasilianische Familie nennen. Sie sind mein Zuhause hier in Brasilien.  Von Beginn an wurde ich hier mit offenen Armen empfangen. Sie mir geholfen, die Sprache zu erlernen als auch die Kultur zu verstehen.
Was mich am meisten an der brasilianischen Kultur beeindruckt ist die warmherzige und offene Art der Brasilianer. Deshalb findet das Leben generell auch in der Gemeinschaft statt. Erst letzten Monat waren beispielsweise meine Geschwister zu Besuch in meiner Einsatzstelle. Ich werde nie vergessen, wie mein Gastonkel direkt bei der Begrüßung zu meinen Bruder sagte: Minha casa, sua casa. Das bedeutet „Mein Haus ist dein Haus“ und das hat er auch so gemeint. So eine Gastfreundschaft habe ich davor noch nie kennenlernen dürfen.

 

 

MITBETEN
Frauen sowie Jugendliche singen und tanzen, Männer pfeifen, und alle klatschen zusammen im Takt mit: Die Stimmung bei einem besonderen Gottesdienst in meiner brasilianischen Gemeinde erinnert mich jedes Mal an ein Fest voller Emotionen.  Die Messe ist vom Ablauf relativ gleich wie in Deutschland, trotzdem fühlt es sich anders an. Auch hier spielt die Gemeinschaft wieder eine große Rolle.  Beispielsweise haltet man beim „Vater Unser“ die Hände seiner Banknachbarn und das über die Flure und Bänke hinüber, damit alle auf einer Weise miteinander verbunden sind oder man läuft durch die ganze Kirche beim Friedensgruß und nimmt den anderen in den Arm. Aber nicht nur in der Kirche begegne ich den Glauben. In den Kindergärten wird vor jeder Mahlzeit ein Tischgebet gesprochen und jeden Sonntagabend treffe ich mich mit weiteren Jugendlichen aus der Kirchengemeinde zu einer Gruppenstunde.

 

MITARBEITEN
Wie heißt es so schön „Jeder Anfang ist schwer.“ Ich könnte meine ersten Arbeitswochen nicht besser beschreiben, aber zum Glück hat sich das geändert. Meine Tätigkeiten sind hier alles, nur nicht langweilig! Jeden Tag bin ich in einer anderen sozialen Einrichtung, wie Kindergarten, -heim oder –hort tätig und helfe in der Kirchengemeinde mit. Die Projekte liegen alle außerhalb  der Stadt Sao Leopoldo, wo die einkommensärmeren Familien wohnen. Meine Hauptaufgabe besteht darin, die Erzieherinnen bei der Betreuung der Kleinkinder zu unterstützen, ein offenes Ohr für die Bedürfnisse/Probleme der Kinder zu haben, sowie Aktivtäten für die Kids im Heim/Hort zu planen, organisieren und durchzuführen. Ich liebe wirklich meine Tätigkeiten und bin froh darüber, dass ich die Chance habe so viel Erfahrung mit Kindern zu sammeln.

Genau diese Kombination aus Mitleben, Mitbeten und Mitarbeiten machen meinen weltkirchlichen Friedensdienst zu etwas ganz Besondern.

Carolin Biedermann macht ihren #wfd_bdkj in Sao Leopoldo, Brasilien