So viele Menschen sprechen von Zuhause und meinen das Land, wo sie geboren sind. Die letzten 9 Monate ist abgesehen von Deutschland nun auch Indien mein Zuhause geworden. Seit August 2017 mache ich meinen WFD in Vijayawada im Südosten von Indien. Vijayawada ist für Indien mit insgesamt 1 Millionen Einwohnern eine sehr kleine Stadt und demzufolge auch sehr traditionell. Dadurch konnte ich so viel von der indischen Kultur kennenlernen und miterleben.

Gerade sind wir insgesamt 10 Volontäre, die alle zusammen in einer Flat wohnen welche sich im Zentrum der Stadt befindet und noch dazu nahe unseren Projekten liegt. Unter der Woche  wohne ich zusammen mit einem anderen Freiwilligen in unserem Projekt 50 Kilometer entfernt von Vijayawada und kann den ganzen Tag mit den Jungs MITLEBEN. Für mich besonders wichtig war es, mit den Kindern, welche meine zweite Familie geworden sind, und bei denen ich immer willkommen bin zusammenzuleben. Dadurch konnte ich viel tiefer in die Kultur eintauchen und auch weit mehr verstehen

Ich ARBEITE jeweils von Samstagabend bis Donnerstagnachmittag  zusammen mit meinem Mitfreiwilligen Chris im Projekt Vimukthi.

Vimukthi steht für die Befreiung von Abhängigkeiten. Im Projekt sind Jungs im Alter von 13 bis derzeit 19 Jahren, die mithilfe des Projektes Selbständigkeit lernen soll und falls vorhanden, Suchtprobleme zu beheben. Los geht es am Morgen mit den Morning Exercises, die trotz frühem Aufstehen sehr viel Spaß machen. Meine nächste Aufgabe ist dann die Mitgestaltung des Prayers, welcher jeden Morgen stattfindet. Hauptaufgabe von uns Volontären sind die drei Klassen, die wir am Morgen haben und am Nachmittag eine Bastelklasse. In diesen Stunden können wir den Jungs interessante Fakten übermitteln, genauso wie auch Englischkenntnisse und Mathekenntnisse. Wir dürfen den Unterricht selber gestalten, was echt cool ist und wir dadurch viel lernen können. Am Nachmittag stehen dann Outdoorgames wie Cricket, Volleyball und Fußball an. Am Abend haben wir dann noch Study Hour und im Anschluss Feelingsround, in welcher  jeder von seinem Tag erzählt und wie es einem geht. Das finde ich sehr wichtig, denn falls Probleme wären, sollte auf jeden Fall darüber geredet werden. Zum Abschluss des Tages schauen wir noch zusammen Fernsehen oder tanzen.

Es macht echt Spaß, zusammen mit den Jungs den Tag mitzuerleben und mit ihnen zusammen zu arbeiten. Arbeit die echt auch Spaß macht, das ist nicht immer selbstverständlich und ich bin echt dankbar, dass ich die Chance habe hier sein zu dürfen.

Der dritte Aspekt des WFDs ist das MITBETEN. Jeden Morgen haben wir zusammen mit den Jungs Prayer und auch vor jedem Essen wird gebetet. Somit ist der Glauben hier im Projekt wichtig und man hat die Chance, diesen mit den anderen zu teilen.

Ich habe Indien in mein Herz geschlossen und bin dankbar für die genialen Erfahrungen. Kaum zu glauben, wie schnell die Zeit vergeht. Das heißt für mich nochmals alles zu genießen und voll dabei zu sein.

2018,Alina Hottmann